Ihre Helfer brauchen Hilfe !

 

 

Freiwillige Feuerwehr Gettenau

Cool genug für einen heißen Job ?

Gedanken zu einem Verkehrsunfall

Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Verkehrsunfalls konfrontiert werden, möchten wir an dieser Stelle über die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten. Besonders ansprechen wollen wir unsere jugendlichen Mitbürger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Denn auf diese entfallen nicht weniger als 48% aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Die häufigste Unfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit; bei einem Drittel aller Fälle ist Alkohol mit im Spiel. An einem Freitag ereignen sich statistisch gesehen die meisten Unfälle mit Sachschäden. Dagegen ist man "todsicher" - im traurigsten Sinne des Wortes - an einem Samstag zwischen 15 und 21 Uhr unterwegs.

Der Hauptdarsteller heißt Manuela, doch genauso gut könnte sie anders heißen. Vielleicht sogar genauso wie ....... DU oder SIE ?

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Manuela fährt 90 km/h. Ihr Auto wiegt 1.200 kg. Bei diesem Tempo stecken im Auto 38.226 kg Translationsenergie (nach vorne in Fahrtrichtung strebende Wucht). Das entspricht der Wucht eines aus 2.000 Meter abgeworfenen 250 kg schweren Gegenstandes, der mit einer Kraft (Gewicht) von 100 bis 300 Megapond (1 Megapond = 1.000 kg) auf hartes Pflaster knallen würde. Manuela tut von sich aus noch 2.230 kg Energie hinzu, weil sie 70 kg wiegt und auch 90 km/h fährt. Genau jetzt fährt sie gegen einen Baum.

SEKUNDE 0,1

Das Zehntel einer Sekunde ist vorbei. Stoßstange und Kühlergrill sind eingedrückt, die Motorhaube beginnt sich zu kräuseln. Der Wagen hat etwa 5 km/h an Fahrt verloren. Manuela fühlt sich deutlich nach vorne gedrängt. Neben ihrem Gewicht, das mit 70 kg im Polster sitzt, hat sie nun auch ein Gewicht nach vorne von 170 kg. Manuela macht die Beine steif, um dieser Neuigkeit im wörtlichen Sinn entgegenzutreten. Und sie drückt sich gegen das Lenkrad, damit es sie nicht aus dem Sitz hebt. Mit ihren Beinen stemmt sie rund 156 kg ab und mit den Armen stemmt sie auch so 30 bis 35 kg. Sie hätte nie geglaubt, dass sie so stark ist, aber es gelang ihr, noch sitzen zu bleiben. Da kommt der zweite harte Stoß. Noch ehe sie sich besinnen kann, ist sie vorbei, die

SEKUNDE 0,2

Die etwas härteren Teile des Fahrzeuges, Radaufhängung und Kühler sind soeben an dem Baum angekommen. Die Verbindungen mit dem Wagen reißen ab, denn der übrige Wagen fährt noch sehr schnell; insbesondere hinten mit dem Kofferraum. Manuela fühlt jetzt einen mächtigen Schlag auf den Beinen, denn der Teil des Wagens, gegen den sie sich mit den Füßen stemmt, wurde soeben auf etwa 60 km/h abgebremst. Mit den Beinen stemmt sie 350 bis 420 kg ab. Wollte sie jetzt noch sitzen bleiben, müsste sie mit den Armen 220 kg am Lenkrad abstemmen, aber das schafft sie doch nicht. Ihre Kniegelenke geben nach, sie brechen einfach knirschend oder springen aus dem Gelenk. Und deutlich spürbare Gewalt zieht sie mit ihrem Gewicht von rund 140 kg auf einer Kreisbahn nach oben in die Ecke der Sonnenblende. Alles in allem verteilt Manuela zur Zeit insgesamt 413 kg Eigengewicht auf ihre Gliedmaßen.

SEKUNDE 0,3

Manuela hat jetzt ein etwas leichteres Schicksal: Sie ist mit fliegen beschäftigt, sie ist noch unterwegs zu den Hindernissen. Ihre gebrochenen Knie kleben am Armaturenbrett, mit den Händen hält sie fest um das Lenkrad, das sich unter ihrem Griff elastisch biegt und sie um weitere 5 km/h abbremst.

SEKUNDE 0,4

Manuela ist noch immer unterwegs, ihr Becken stößt gegen den Lenkradkranz. Manuela ist in diesem Moment nur etwa 100 kg schwer. Die Lenksäule biegt sich unmerklich nach oben. Da kommt der furchtbare Moment, in dem der schwerste und stabilste Teil des Wagens, der Motor, an den Baum kracht.

SEKUNDE 0,5

ist soeben vorbei. Motor und Manuela stehen still. Nur der Kofferraum fährt noch mit 50 oder 60 km/h. Die Seitenwände des Wagens überholen sich selbst. Die Hinterräder bäumen sich jetzt hoch auf, zwei, drei Meter hoch. Aber der Wagen interessiert uns jetzt nicht. Was ist in dieser Zeit mit Manuela passiert ? Manuela kam im Verlauf einer Zehntelsekunde zum Stillstand. Ihr Gewicht wuchs auf 973 kg an. Mit dieser erbarmungslosen Gewalt wurde sie auf die Lenksäule geschleudert. Das Lenkrad, an dem sie sich noch immer fest hielt, brach unter dieser Stoßkraft zusammen wie eine morsche Brezel. Mit der Kraft von rund 920 kg dringt die Lenksäule als stumpfe Lanze in ihre Brust. Gleichzeitig rammt der Kopf mit einem betäubenden Schlag die Windschutzscheibe. Hätte sich Manuela nicht mit so übermenschlicher Kraft am Lenkrad festgehalten, dann würde sie vielleicht auch 1.300 kg schwer geworden sein, in diesem Moment. Und dabei wären ihr die fest geschnürten Schuhe von den Füßen geflogen.

Noch eine oder zwei Zehntelsekunden, dann ist Manuela tot. Nach sieben Zehntelsekunden steht der Wagen still. Das Unglück ist vorbei.

Sagen Sie einmal "einundzwanzig": Das ist EINE Sekunde. Und nun sagen Sie einmal "zwanzig": Das ist die Zeit in die Ewigkeit für Manuela gewesen...

Der Urheber dieser Aufzählung ist uns leider nicht bekannt. Bitte fahren Sie vorsichtig.

Gefunden auf: www.firefighter.ch